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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Das Alte Testament

Das Buch Hiob.

Kapitel 11.

Erste Rede Zophars.

1 Da antwortete Zophar aus Naama und sprach:
2 Soll dem Wortschwalle keine Antwort werden,
und der Maulheld Recht behalten?
3 Dein Geschwätz sollte Männer zum Schweigen bringen?
und höhnen wolltest du, ohne daß dich jemand beschämt?
4 Sagtest du doch: Meine Lehre ist lauter,
und rein war ich in deinen Augen!
5 Aber wahrlich - wollte Gott nur reden
und seine Lippen gegen dich aufthun
6 und dir die verborgenen Tiefen der Weisheit offenbaren,
daß sie von vielfältig wahrhaftem Bestande sind, -
du würdest dann erkennen, daß Gott dir einen Teil von deiner Schuld noch übersieht!

7 Kannst du den tiefsten Grund in Gott erreichen
oder bis zum äußersten Ende bei dem Allmächtigen hingelangen?
8 Himmelhoch - was kannst du thun?
tiefer als die Unterwelt - was kannst du wissen?
9 Sie ist weiter als die Erde an Ausdehnung
und breiter als das Meer.
10 Wenn er einherfährt und verhaftet
und die Gerichtsversammlung einberuft - wer will ihm wehren?
11 Denn er kennt die Nichtswürdigen
und schaut den Frevel, ohne sonderlich darauf zu achten.
12 Und ein Hohlkopf wird gewitzigt,
und ein Wildeselfüllen zum Menschen umgeboren.

13 Wenn du dein Herz bereitest
und deine Hände zu ihm ausbreitest -
14 klebt Frevel an deiner Hand, entferne ihn
und laß in deinen Zelten kein Unrecht wohnen! -
15 ja, dann wirst du dein Antlitz frei von Fehl erheben,
wirst fest dastehn und brauchst dich nicht zu fürchten.
16 Ja, dann wirst du dein Ungemach vergessen;
wie an verlaufenes Wasser wirst du daran denken.
17 Und heller als der Mittag geht das Leben auf;
mag's dunkeln, wird es doch wie Morgen sein!
18 Du hegst Vertrauen, weil noch Hoffnung ist,
und spähst du aus - du kannst dich sorglos niederlegen
19 und lagerst, ohne daß dich jemand schreckt,
und viele werden sich um deine Gunst bemühn.
20 Jedoch der Frevler Augen schmachten hin;
für sie ist jede Zuflucht verloren,
und ihre Hoffnung ist - die Seele auszuhauchen!